Abstract:
Problemstellung
In Wissenschaft und Praxis wird seit einiger Zeit die Integration der Unternehmenskommunikation als Antwort auf die sich verändernden Rahmenbedingungen der Kommunikationsarbeit der Unternehmen propagiert. Die Integration erfordert dabei die Erfüllung konzeptioneller, personeller, kultureller, struktureller und informationeller Aufgaben. Allerdings ergeben sich bei der Umsetzung der vielfältigen Integrationsaufgaben Implementierungsbarrieren, die neben inhaltlich-konzeptionellen und personell-kulturellen auch organisatorisch-strukturellen Ursprungs sind. Ein Lösungsansatz zur effizienten Umsetzung der Integrierten Unternehmenskommunikation (IUK) bzw. zur Reduzierung der Implementierungsbarrieren kann in der Bereitstellung eines Anwendungssystems gesehen werden, das die Anforderungen der Integrierten Unternehmenskommunikation adäquat berücksichtigt.
Ziel
Die konkrete Ausgestaltung der informationellen Integrationsaufgabe ist in der wissenschaftlichen Literatur bislang äußerst unpräzise spezifiziert und somit letztlich in einer für die Praxis nicht verwertbaren Form dargestellt.
Erstes Erkenntnisziel ist also die Präzisierung der informationellen Integrationsaufgabe: Zwar ist der Zweck, also Zielsetzung, der informationellen Integration deutlich – Erleichterung der Koordination und Sicherstellung der Integration – allerdings fehlen wissenschaftlich begründete Aussagen darüber, wie diese Zielsetzung erreicht werden kann.
Diesem Erkenntnisziel sind zwei weitere Erkenntnisziele untergeordnet: Die Präzisierung der informationellen Integrationsaufgabe soll durch eine Anforderungsspezifikation eines Anwendungssystems zur Unterstützung der IUK erreicht werden. Diese Anforderungsspezifikation beinhaltet eine systematische Analyse der durch das Konzept der IUK vorgegebenen fachlichen Aufgaben (planerische, personell-kulturelle, organisatorisch-strukturelle Aufgaben) und der empirisch belegten Implementierungsbarrieren auf Hinweise zur Ausgestaltung eines Anwendungssystems, das diese Aufgaben möglichst effektiv und effizient unterstützt bzw. einen Beitrag zur Reduzierung der Implementierungsbarrieren in der Praxis leistet. Durch die Beantwortung der Frage, welchen Anforderungen ein Anwendungssystems zur Unterstützung der IUK genügen muss, lassen sich dann Rückschlüsse auf die informationellen Integrationsaufgaben ziehen: Diese bestehen dann in der Erleichterung der Koordination und Sicherstellung der Integration durch Einsatz eines Anwendungssystems, das den spezifizierten Anforderungen genügt.
Das dritte Erkenntnisziel leitet sich aus der in der Praxis zu beobachtenden Heterogenität des Umsetzungsgrades des Konzepts der IUK ab. Als Mittel zur Beurteilung des Umsetzungsgrades des Konzepts der IUK in einem Unternehmen werden von der Wissenschaft Stufenmodelle vorgeschlagen, wobei die Stufen jeweils durch ein Set von fachlichen Integrationsaufgaben gekennzeichnet sind. Es stellt sich also die Frage, wie ein Anwendungssystem-bezogenes Stufenmodell konstruiert sein muss, damit es den existierenden fachlichen Stufenmodellen gerecht wird. Auch hier kann ein Bezug zur Präzisierung der informationellen Integrationsaufgaben hergestellt werden: Diese bestehen abschließend in der Erleichterung der Koordination und Sicherstellung der Integration durch Einsatz eines AWS, das den spezifizierten Anforderungen eines definierten Umsetzungsgrades des Konzepts der IUK genügt.
Zitation:
Odermatt, Sven: Integrierte Unternehmenskommunikation. Systemgestütze Umsetzung der Informationellen Aufgaben, Gabler: Wiesbaden 2009.
ISBN:
978-3-8349-1672-3
Weitere Infos:
Kontakt:
Justus-Liebig-Universität Gießen
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Professur für BWL und Wirtschaftsinformatik
Dr. Sven Odermatt
Licher Straße 70
35394 Gießen
sven.odermatt@wirtschaft.uni-giessen.de