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Das Institut für Wirtschaftslehre des Haushalts und Verbrauchsforschung untersucht die alltägliche Versorgung von Personen aus der Perspektive eines Versorgungsverbundes. Die ganzheitliche Perspektive macht die Besonderheit der Gießener Haushaltswissenschaften aus, die seit den 1960er Jahren an der Justus-Liebig-Universität Gießen vertreten sind. Die Haushaltswissenschaften gehören zum Studium der Ökotrophologie (oikos = Haus, Haushalt, Haushaltsführung; trophä = Nahrung, Ernährung).

Der Strukturwandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft stellt neue Anforderungen an die Verknüpfung der Versorgung in privaten Haushalten mit den unterschiedlichen Versorgungseinrichtungen. Ganzheitliche Lösungen sind gefragt, die sowohl naturwissenschaftliche, politische, sozialökologische und wirtschaftliche Aspekte von Versorgungsfragen berücksichtigen. Folgende Schwerpunkte machen das Institut aus:

- Professur für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft
- Professur für Management personaler Versorgungsbetriebe
- Professur für Vergleichende Gesundheits- und Sozialpolitik

Private Haushalte werden sowohl als Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaften als auch als Orte der Bildung und der Entwicklung des Humanvermögens sowie der Geschlechter- und Generationenbeziehungen betrachtet. Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind: Theorien des Privathaushalts, Haushaltsanalyse und Haushaltssimulation, haushaltsnahe Dienstleistungen, sozialökonomische Lage von Familien, Frauen und Kindern, Konsummuster privater Haushaltsführung, Armutsforschung und Armutsberichterstattung, Zeitbudgetforschung und nachhaltiges Haushalten.

Für den Schwerpunkt Management personaler Versorgungsbetriebe stehen in Lehre und Forschung die Betriebe im Zentrum der Betrachtung, die Dienstleistungen für Personen erbringen. Es handelt sich hierbei um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Verpflegungsbetriebe (Catering-Betriebe, Hotels, Kantinen, Mensen usw.) auf der Leistungserstellungsseite sowie um öffentliche Verwaltungen, Sozialversicherungsträger und Wohlfahrtsverbände auf der Leistungsträgerseite.

Mit den immer größeren Herausforderungen des Gesundheits- und Sozialsystems in Deutschland befasst sich der Schwerpunkt Vergleichende Gesundheits- und Sozialpolitik. Themen wie Ernährungsaufklärung, Ernährungsberatung und Gesundheitsförderung verdeutlichen die enge Verknüpfung von Ernährung und Nahrungsmittelproduktion mit Gesundheit und sozialer Wohlfahrt.

Der Aufbau des Studiums ermöglicht sowohl eine breite Ausrichtung als auch eine Profilierung hin zu bestimmten Schwerpunkten. Die Palette der zu wählenden Fächer ist sehr breit und umfasst sämtliche Inhalte der Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und des Umweltmanagements. Absolventinnen und Absolventen steht mit dem Dienstleistungssektor der Bereich des Arbeitsmarktes mit dem größten Wachstumspotenzial offen. Ihnen bieten sich Aufgaben in Beratung, Bildung, Pflege und im Management sowohl bei Kommunen und staatlichen Stellen als auch bei privat-nichtkommerziellen und privat-kommerziellen Unternehmen.

Allgemeine Informationen
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